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Schon lange planen wir an diesem einzigartigen Naturschauspiel der Buckelwale in der Bucht von Samaná teilzuhaben. Jetzt, bei unserem vierten Aufenthalt auf der Insel Hispaniola können wir diesen Plan endlich in die Tat umsetzen, schließlich sind diese Meeressäugetiere nur im Zeitraum zwischen Dezember und März in der Bucht von Samaná aufzuspüren. Also stehen wir am Morgen des 5. Februar sehr zeitig auf um das Hotel bereits um 6:30 Uhr in Richtung Sabana del Mar zu verlassen. Eine Busfahrt von rund 3 ½ Stunden liegt vor uns. Jose, unser Tourguide sollte uns jedoch durch seine interessanten Informationen diese Zeit nicht all zu lang werden lassen.
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Die Fahrt geht nicht nur durch öde Steppen, Wiesen und Zuckerrohrfelder, nein bereits nach dem wir Higüey passiert haben und direkt auf die Cordillera Oriental zusteuern, zeigen sich die ersten Berge dieses bis zu 640 Meter Hohen Gebirgszuges. Die Landschaft dieses Gebirgsmassives ist landwirtschaftlich geprägt durch riesige Plantagen. Vorbei geht es also an Apfelsinenrainen, Bananen- und Kaffeeplantagen. Zwischen Mahagonibäumen wachsen Kakao und Mangos – ein bizarre und bunte Vegetation – nicht zu vergleichen mit den streng geometrischen Obstplantagen Deutschlands. War die Straße bis El Seibo noch gut asphaltiert, wechselt der Belag hier schlagartig – man meint eher auf einer Geländersafari zu sein als auf einer Hauptverkehrsstraße. Immer wieder sind wir erstaunt, wie unser Reisebus diese Hindernisse ohne größere Mühen bewältigt. Unweit hinter Pedro Sánchez wird die Straße abschüssig und in der Ferne ist bereits die Bucht von Samaná zu sehen. Gegen 10.00 Uhr erreichen wir die kleine Hafenstadt Sabana del la Mar. Am Hafen wartet schon unser Schiff, das uns in den nächsten Stunden durch die Bucht von Samaná fahren wird. Auf zwei Plattformen finden alle Reisegäste Platz und wir verlassen den Hafen mit Kurs auf Cayo Levantado. Ca. 50 Minuten dauert unsere Fahrt aufs Meer. Immer häufiger und aufmerksamer suchen wir die Wasseroberfläche nach den Buckelwalen ab. Jeder Reisegast, der bei dieser Tour erwartet, dass diese Tiere ähnlich wie im Zoo in unmittelbarer Nähe der Boote vorbeischwimmen, wird enttäuscht sein. Tierschützer wachen verstärkt, um diesen Tieren den notwendigen Freiraum während Ihrer Paarungszeit und bei der Aufzucht ihrer Jungtiere zu geben. So dürfen sich beim Auftauchen eines Wales maximal 3 Boote bis auf höchstens 200 Meter diesem Tier nähern. Bereits seit 90 Minuten sind wir nun auf dem Meer und die Ungeduld ist vielen Reisenden anzumerken, denn noch kein Wal hat sich an der Oberfläche sehen lassen. Wir sind nicht allein, in einiger Entfernung sind weitere Boote auf der Suche nach diesen Tieren zu sehen. Plötzlich ein Aufschrei, nur 200 Meter vom Boot bäumt sich ein Wal aus dem Wasser und lässt sich kopfüber wieder in die Fluten fallen, seine markante Schwanzflosse peitscht dabei auf die Oberfläche und hinterlässt eine kräftige Welle. Das Boot nimmt Kurs um diesen Wal zu folgen. Noch einige Male durchbricht er mit seinem Körper die Meeresoberfläche und lässt seine riesigen Abmaße erahnen bis er endgültig in die Tiefen des Meeres abtaucht. Nun heißt es für alle wieder Ausschau zu halten und die Geduld nicht verlieren. Noch sieben Mal sollten wir während unserer Fahrt in der Bucht das Glück haben diese Tiere zu beobachten, sogar eine Gruppe von drei Walen lässt sich völlig überraschend für uns blicken, als wir schon den Kurs in Richtung Bacardiinsel aufgenommen haben, um dort unser Mittagessen einzunehmen. Gegen 13.00 Uhr sitzen wir im Open Air Restaurant und lassen uns frisch gegrillten Fisch und Polo zu dominikanischen Beilagen wie Reis mit Bohnen oder Spagetti schmecken. So schön die Siluetten dieser Insel auch sind und an die Fernsehspots für die gleichnamige Rumwerbung erinnern, die negativen Auswirkungen der erbarmungslosen touristischen Vermarktung dieser Insel zeigen sich jedem aufmerksamen Besucher – einfach schade. Das einzige Hotel der Insel ist seit einigen Jahren geschlossen. Also versuchen wir wenigstens die schönen Ausblicke zu genießen bis wir gegen 15.00 Uhr wieder per Schiff Kurs auf Sabana del la Mar nehmen. Auf der Rückfahrt über das jetzt doch sehr bewegte Meer schlafen die meisten Gäste, die Anstrengungen des Tages ist vielen anzumerken, vor allem den älteren Reisegästen. Um 16.30 Uhr sitzen wir dann im Bus und verlassen den Hafen von Sabana del la Mar auf der Straße in Richtung Bavaro. Vorbei geht unsere Fahrt an den bereits auf der bekannten Plantagen, nur erscheint durch die langsam untergehende Sonne alles in völligen anderen warmen Farbtönen. Es ist bereits dunkel als wir in Higüey einen Stopp an einem großen Souvenirladen einlegen, Zeit für eine Erfrischung oder für den Kauf einiger Erinnerungen an die Insel. Gegen 20.00 Uhr sind wir zurück im Hotel, ziemlich erschöpft aber mit Eindrücken, die wir nicht missen möchten.
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